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Regierung fordert zusätzliche Belastungen der Atomwirtschaft

06. September 2010

AtomsteuerKernkraft ist ein heikles Thema, das die Menschen bereits seit Jahrzehnten beschäftigt. Auch derzeit ist die Kernenergie wieder einmal in aller Munde. Atomausstieg ja oder nein, und wenn, zu welchen Bedingungen; dies wird nicht nur im Bundestag heftig diskutiert.

Mittlerweile steht zumindest laut Aussagen von Regierungssprechern fest, dass es vorläufig keinen Atomausstieg geben wird. Wie lange an der Atomenergie festgehalten werden soll, dazu wollte man sich nicht äußern, wohl aber dazu, dass die Atomwirtschaft in naher Zukunft mit zusätzlichen Beiträgen belastet werden soll. Eine sogenannte Atomsteuer soll jährlich knappe 2,3 Milliarden Euro in die staatlichen Kassen bringen. Diese Summe soll dann wiederum in erneuerbare Energien investiert werden, um diese langfristig zu stärken.

Bei einem Treffen mit den Vorsitzenden zweier großer Energiekonzerne wurden unter anderem diese Atomsteuer und die Zukunft der Kernkraft im Allgemeinen diskutiert. Die Vorstände zeigten sich wenig erfreut vom Vorhaben der Regierung und setzen auf eine Einigung, die allen Parteien zusagen soll. Dabei kommt die Regierung den Atomenergiekonzernen schon in sofern entgegen, dass zugunsten der längeren Kenkraftwerk-Laufzeiten binnen der kommenden zehn Jahre mit einem deutlich geringeren Ökostrom-Anteil gerechnet wird. Während zunächst ein Ökostrom-Anteil von über 38 % für das Jahr 2020 geschätzt wurde, korrigierte die Regierung diese Schätzung nach unten und geht nun nur noch von ca. 35 % aus. Dies stieß besonders bei einer Partei auf Protest, die der Regierung ein absichtliches Kleinhalten der erneuerbaren Energien zugunsten der Atomwirtschaft unterstellten.

Dennoch: Den Berechnungen zufolge bedeuten längere Laufzeiten der Atomkraftwerke einen schnelleren Rückgang der gefährlichen Treibhausgasproduktion. Außerdem wird Deutschland nach diesen Schätzungen während der nächsten Jahre immer mehr zu einem Strom-Importeur werden. Ein Abschlussgutachten dazu soll Anfang September vorliegen.

Die Energieversorgung der Zukunft

02. September 2010

Energieversorgung ZukunftVon der Wirtschaftsforschung sind jetzt neue Berechnungen veröffentlicht worden, die aufzeigen, wie die Energieversorgung zukünftig in Deutschland aussehen soll. In einem Plan mit fünf wichtigen Unterpunkten wird so festgehalten, was für einen Stellenwert die einzelnen Energielieferanten in den nächsten 30 Jahren haben werden und was aus der Kernkraft wird.

Das endgültige Ziel aller Energiestrategien scheint dabei unstrittig: Die Energie soll deutschlandweit sauberer und zu einhundert Prozent erneuerbar werden. Als erster wichtiger Punkt sollen die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert werden, allerdings nur im Süden der Nation. Dies ist unerlässlich, da andernfalls in den südlichen Regionen eine schlagartige große Lücke in der Stromversorgung entstehen würde, die nur durch neue Kohlekraftwerke geschlossen werden könnte, was nicht im Sinne der sauberen Energie ist.

Im Norden dagegen können Windparks diese Lücke auch jetzt schon schließen. Wichtig ist, trotz der Verlängerung der Laufzeiten ein eindeutiges Datum für die Außerkraftsetzung festzulegen, um Planungen durchsichtiger zu machen. Hand in Hand mit dieser Überlegung geht das absolute Bauende von Kohlekraftwerken, welche die Umwelt bewiesenermaßen sehr belasten.

Kernkraft- und Kohlewirtschaft müssen sich aber gleichzeitig zu Investitionen in erneuerbare Energien verpflichten und zusammenarbeiten. Damit diese erneuerbaren Energien von den Energieparks im Norden schließlich in den Süden der Nation gelangen können, bedarf es zusätzlich vieler neuer Höchstspannungstrassen. Um diese entstehen zu lassen, soll die Politik denjenigen Boni verschaffen, die beim Ausbau der Netze helfen. Somit soll bald ein deutschlandweites Stromnetz entstehen, das Strom liefert und gleichzeitig den Verbrauch steuert.

Damit aber in Zukunft auf erneuerbare Energien wirklich Verlass ist, müssen diese um einiges stabiler werden. Schwankungen in der Stromerzeugung bei Solar-, Wind- und Biogasstrom müssen gegenseitig ausbalanciert werden, so dass die Stromversorgung zukünftig reibungslos abläuft. Die letzte Änderung muss in den Haushalten selbst passieren: Durch Wärmedämmung, Holzheizungen und Solaranlagen lassen sich in deutschen Häusern die größten Einsparungen erzielen. So ist der Weg geebnet für eine saubere Energieversorgung in Deutschland.

Das Internet ist auf dem Handy angekommen

29. August 2010

Mobiles Internet SmartphoneMit dem Aufkommen der Smartphones sind immer mehr Handys internetfähig. In Kombination mit passenden Verträgen gehen immer mehr Menschen, vor allem jüngere, mobil ins Internet. Laut einer von einem Verband für Informations- und Telekommunikationswirtschaft bei einem Marktforschungsunternehmen in Auftrag gegebenen Studie wurde die Zahl von etwa 10 Millionen mobilen Internetnutzern in Deutschland kürzlich erreicht und wahrscheinlich sogar überschritten.

Das heißt: Rund jeder fünfte Handynutzer nutzt sein Handy, um damit im Internet zu surfen. Zwar würden meist Webseiten von den mobilen Internetnutzern angesteuert, doch knapp die Hälfte der Nutzer schreibe auch Mails oder verwende Apps. Befragt wurden bei der Studie 1.000 Personen ab 14 Jahren. Mehrfachnennungen waren möglich. Ein Präsidiumsmitglied des Verbandes, der sich auch den neuen Medien widmet, fasste die Ergebnisse der Studie zusammen, dass seiner Ansicht nach die mobile Internetnutzung den Durchbruch im Massenmarkt geschafft habe. Dabei bleibt der Markt für das mobile Internet weiterhin ein Wachstumsmarkt. Prognosen gehen davon aus, dass dieses Jahr etwa acht Millionen internetfähige Smartphones verkauft werden. Das entspräche ungefähr einem Drittel aller verkauften Mobiltelefone im Jahr 2010.

Die Smartphones konnten sich vor allem deswegen durchsetzen, weil sie wie kleine Computer funktionieren und sich über große und berührungsempfindliche Displays bedienen lassen. Besonders die Gruppe der 14- bis 29- jährigen Handynutzer zeigt sich am Kauf der Smartphones interessiert. Einen Beitrag zu der schnellen Verbreitung des mobilen Internets haben die sogenannten Apps (Kurzform für Applications/Anwendungen) geleistet. Sie erleichtern das Surfen mit dem Smartphone im Internet, indem sie die verschiedensten Zusatzdienste anbieten. Abfahrtszeiten von Zügen, Preisvergleiche oder Wettervorhersagen sind nur eine Auswahl der knapp 400.000 Apps, die es weltweit für die verschiedenen Smartphone-Betriebssysteme gibt. Schon etwa vier Millionen Nutzer bedienen sich der Hilfe dieser Apps. Der Trend, das zeigt diese Studie, geht deutlich in Richtung der mobilen Internetnutzung mit Smartphones.