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Auch wenn es der deutsche Verbraucher im letzten Winter kaum bewusst gemerkt haben dürfte, war die Lage auf dem nationalen Strommarkt phasenweise sehr angespannt. Insgesamt drei Mal gab die Bundesnetzagentur einen Zugriff auf die sogenannte Kaltreserve frei, um hierdurch den Strommarkt zu beruhigen und auch in sehr energieintensiven Zeiten eine ausreichende Versorgung für sämtliche Unternehmen und Haushalte sicherzustellen.
Um die Lage für den anstehenden Winter etwas zu entspannen, erwägt die Bundesnetzagentur aktuell eine Erhöhung der Kaltreserve, um so drohenden Engpässen in der kalten Jahreszeit vorzubeugen. Neben einer ausreichenden Versorgung dürfte dieser Schritt auch für eine Stabilisierung der regenerativen Stromkosten in den nächsten Monaten sorgen.
Saisonalen Problemen auf dem Strommarkt vorbeugen
Grundsätzlich sind die Wintermonate im privaten und gewerblichen Umfeld mit einem höheren Energieaufwand verbunden, was sich im Wesentlichen durch den Bedarf an Heizenergie ergibt. Auf dem deutschen Energiemarkt hat sich durch das Abschalten von mehreren Atomkraftwerken seit dem letzten Jahr eine Versorgungslücke ergeben, die früher in den Wintermonaten durch eine garantierte Belieferung von Energie stand, Solar- und Windkraftanlagen als ökologische Alternativen liefern jedoch gerade in der kalten Jahreszeit weniger Energie als in den Sommermonaten. Da letztlich das Betreiben von klassischen Kraftwerken mit fossilen Energieträgern an Rentabilität verloren hat, ist der in Erwägung gezogene Schritt für eine ausreichende Energieversorgung nur nachvollziehbar.
Angedachte Erhöhung in der Kritik
Nicht alle Energieexperten sehen die potenzielle Erhöhung der Kaltreserve als sinnvollen Schritt an und verweisen dabei auf Vermutungen, dass verschiedene Energieversorger bewusst vor dem letzten Winter ihre Kapazitäten etwas heruntergefahren hätten. Hierdurch wäre es überhaupt erst zur Notwendigkeit gekommen, an die Kaltreserve heranzugehen, wobei eine Erhöhung dieser Reserve nun die energiepolitische Taktik der einzelnen Versorger noch weiter stützen dürfte. Der genannte Vorwurf war bereits Anfang des Jahres mehrfach laut geworden, im Rahmen einer größeren Untersuchung durch die Bundesnetzagentur konnten sich diese Vorwürfe bislang nicht erhärten.

