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Archiv für die Kategorie ‘Strom’

Bis 2020: Zuwachs des Ökostroms auf 36 Prozent

05. März 2012
Ökostrom Zuwachs

© Franz Metelec - Fotolia.com

Laut einer Studie sollen im Jahr 2020 bereits über etwa ein Drittel des erzeugten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen. Kohle bleibt jedoch trotz der wachsenden Bedeutung der erneuerbaren Energien auch in Zukunft der wichtigste Energieträger.

Auch wenn bis 2020 mehrere alte Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden sollen, wird der Anteil der Energiegewinnung durch Kohle auch dann noch etwa 37 Prozent betragen. Saubere Energiequellen wie die Windkraft oder auch die Solarenergie werden allerdings weiter an Bedeutung gewinnen. Experten sagen der Sonnenenergie eine Verdreifachung der Kapazitäten voraus. Und auch die Windkraft wird zulegen. Im Durchschnitt wird ein Zuwachs um etwa zwei Gigawatt pro Jahr erwartet. Während der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2011 bei rund 20 Prozent lag, ist hier in den kommenden Jahren eine Erhöhung auf etwa 36 Prozent zu erwarten. Noch nicht eingerechnet sind dabei die flexibel regelbaren Gaskraftwerke, die mittlerweile vermehrt gebaut werden. Sie werden erst nach 2020 deutliche Veränderungen bei den prozentualen Anteilen der Energiegewinnung bewirken.

Für die Gesamtheit der Stromproduktion wird hingegen ein Rückgang vorhergesagt. Von rund 625 Terawattstunden im Jahr 2010 wird die Stromproduktion bis 2020 auf etwa 590 Terawattstunden zurückgehen. Der Rückgang wird jedoch vor allem durch die getroffenen Energiesparmaßnahmen sowie den Import von Strom kompensiert.

Für die Wirtschaft bedeutet der Zuwachs an der Energiegewinnung durch erneuerbare Energien eine positive Entwicklung. Schließlich gehört Deutschland zu den führenden Märkten in Europa. In Zukunft sollte weiterhin in das Stromnetz, die Produktion von Strom und eine gesteigerte Energieeffizienz investiert werden.

Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass durch die steigende Ökostrom-Bedeutung auch die Strompreise steigen könnten. Dahingegen befürworten viele Experten die Entwicklung bezüglich der regenerativen Energien und prognostizieren langfristig wieder günstigere Strompreise. Die gesamte Situation der Strompreise wurde in der Studie jedoch nicht erforscht.

Erhöhung der Strompreise auch im Frühjahr 2012

29. Februar 2012
Strompreiserhöhungen

© Markus Bormann - Fotolia.com

Ab März und April müssen sich rund zehn Millionen Haushalte in Deutschland mit höheren Strompreisen arrangieren. Insgesamt rund 180 Grundversorger werden in diesen Monaten ihre Preise erhöhen.

Vor allem private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen sind von der Preissteigerung betroffen. Größere Unternehmen und Betriebe der energieintensiven Industrien erhalten hingegen oft Vergünstigungen, sodass sie die Auswirkungen der hohen Preise weniger zu spüren bekommen.

Bereits zu Beginn des Jahres 2012 hatten circa 200 Grundversorger ihre Strompreise mit der Begründung erhöht, die EEG-Umlage sei für den Preisanstieg verantwortlich. Bei Betrachtung der tatsächlichen Erhöhung der EEG-Umlage von etwa 0,06 Cent pro Kilowattstunde ist es allerdings zweifelhaft, warum die Grundversorger ihre Preise gleich um mehrere Prozent erhöhen. Durchschnittlich etwa drei Prozent mehr müssen Verbraucher demnächst für ihren Strom zahlen. Einige Anbieter erhöhen die Preise sogar um zehn Prozent. Experten sehen die Ursachen für die Erhöhung der Preise eher in den stetig steigenden Kosten für die Beschaffung fossiler Energieträger und den Gebühren für die Nutzung der Stromnetze.

Die Erhöhung der Strompreise wird in Zukunft vielen Verbrauchern die Zahlung ihrer Stromrechnung zusätzlich erschweren. Etwa drei Viertel der Stromanbieter können bei ihren Kunden finanzielle Probleme beobachten. Unbezahlte Rechnungen und gesperrte Stromleitungen sind die Folge. Im Jahr 2010 mussten die Energieversorger gut drei Millionen Mahnungen versenden, etwa 340.000 Sperrungen androhen und circa 62.000 Haushalten in Deutschland den Strom tatsächlich abstellen.

In den letzten Jahren waren die Strom- und Gaspreise im Durchschnitt bereits um etwa 15 Prozent gestiegen. Mit den anstehenden Preissteigerungen wird Strom für viele Verbraucher teurer. Das Unvermögen in vielen Haushalten, die privaten Finanzen zu planen, verschärft das Problem zudem. So ist es abzusehen, dass die Grundversorger auch im Jahr 2012 wohl viele Mahnungen verschicken werden und einigen deutschen Haushalten der Strom abgedreht wird.

Schneller Wechsel des Stromanbieters durch verkürzte Kündigungsfrist

22. Februar 2012
Stromanbieter schneller wechseln

© Kathrin39 - Fotolia.com

Zukünftig wird es für viele Verbraucher leichter, einen schnellen Wechsel des Stromanbieters zu vollziehen. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass sie zu den Kunden mit einem Grundversorgungstarif zählen. Dies betrifft somit alle Kunden, die noch nie ihren Anbieter oder ihren Tarif gewechselt haben. Bei rund 43 Prozent Marktanteil der Grundversorgungstarife dürfte die neue Regelung somit viele Privatkunden erfreuen – vor allem, da die Tarife der Grundversorgung oft verhältnismäßig teuer sind.

Ermöglicht wird der schnellere Wechsel des Anbieters durch eine verkürzte Kündigungsfrist von nur noch zwei Wochen. Noch dazu soll in Zukunft auch die Kündigung während des laufenden Monats möglich sein. Bisher mussten Verbraucher eine Kündigungsfrist von vier Wochen bis zum Monatsende hinnehmen. Die neue Regelung soll dabei nicht nur Verbrauchern einen Wechsel erleichtern, sondern zudem auf dem Energiemarkt für etwas Schwung sorgen.

Experten erwarten, dass Strom- und Gasanbieter so daran gehindert werden, die Preise in die Höhe zu treiben. Schließlich müssten die Energiekunden dies dann nicht länger tatenlos hinnehmen, sondern könnten durch die neue Regelung schnell auf Preisveränderungen reagieren. Wer mit seinem Stromanbieter unzufrieden ist, kann schließlich innerhalb weniger Wochen zur günstigeren Konkurrenz wechseln. Mit der neuen Regelung will die Regierung auch den Vorgaben der EU gerecht werden. Nach der Zustimmung durch den Bundesrat wird die veränderte Verordnung der Grundversorgung wohl im Frühjahr in Kraft treten.

Ähnliche Auswirkungen wird auch eine Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes haben. Sie tritt im April in Kraft und verpflichtet die Stromanbieter dazu, den Wechsel des Kunden innerhalb von drei Wochen abzuschließen. Allerdings sind Verbraucherschützer mit dieser Regelung nicht gänzlich zufrieden. Diese macht nämlich den Fristbeginn nicht vom Zeitpunkt der Antragstellung durch den Kunden abhängig. Vielmehr läuft die dreiwöchige Frist erst ab dem Zeitpunkt, ab dem der Stromversorger den Wechsel beim jeweiligen Betreiber des Energienetzes angemeldet hat. Der Wechsel dürfte effektiv somit wohl dennoch etwas länger als drei Wochen in Anspruch nehmen. Ebenso kritisch sehen die Grundversorger die neue Regelung, wenn auch wegen anderer Gründe. Sie befürchten höhere Investitionskosten in die IT-Systeme, die einen schnellen Wechsel erst möglich machen.

Die Energieanbieter zeigen sich hingegen zufrieden. Sie ziehen ebenso wie die Verbraucher einen Nutzen aus der Möglichkeit des schnellen Wechsels. Gewisse Details sehen jedoch auch sie als verbesserungswürdig. Wer letztendlich zu den Gewinnern und wer zu den Benachteiligten der Veränderungen gehört, wird sich wohl erst in der Praxis zeigen. Doch zunächst muss die Neuregelung der Kündigungsfrist erst noch vom Bundesrat befürwortet werden.