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Ökologische Energie – Strom aus Salzwasser

02. August 2010

Energie aus WasserWenn Forscher die Idee äußern, man könne Strom aus Salzwasser erzeugen, werden sie im besten Fall mitleidig belächelt. Dass es sich dabei nicht nur um eine utopische Gedankenspielerei handelt, haben Forscher in Oslo unlängst bewiesen, in dem sie ein so genanntes Osmose-Kraftwerk in Betrieb nahmen, das nach eben diesem Prinzip funktioniert.

Noch erzeugt das Modell zunächst zwar nur sehr wenig Energie, aber die Ingenieure haben gezeigt, dass es nicht nur in der Theorie möglich ist. In der Zukunft sollen ganze Städte auf diese Weise mit ökologischem Strom versorgt werden.

Die Natur macht vor, wie es funktioniert: An Flussmündungen fließt Salzwasser vom Meer flussaufwärts, das Süßwasser dagegen genau in die andere Richtung ins Meer. Dabei vermischen sich beide. Stellt man dieses Prinzip nach und trennt in einem Behälter mit Hilfe einer Membran Salz- von Süßwasser, wird man feststellen, dass das Wasser auf der salzhaltigen Seite steigt und auf der anderen fällt. Der Grund dafür: Die Membran lässt zwar das Wasser durch, aber nicht das Salz. Nutzt man die Energie des ansteigenden Wassers, indem man es beispielsweise abwärts fließen lässt, kann man diese auf einen Generator übertragen und damit Strom erzeugen.

Bei der praktischen Umsetzung stoßen die Forscher allerdings noch auf einige Probleme. So gibt es zum Beispiel derzeit noch keine Membran, die das Salz hundertprozentig zurückhält. Die Ergebnisse, die bisher mit Cellulose-Acetat und Polyamidfilmen erzielt wurden, sind zunächst nur ein erster Schritt in die richtige Richtung, da die verwendeten Folien mit nur knapp 200 Nanometern Dicke viel zu dünn sind, um sie im technischen Bereich zu verwenden. Um ca. 15.000 Haushalte mit Strom zu versorgen, bräuchte man eine voll funktionsfähige Membranfläche von ungefähr fünf Millionen Quadratmetern. 2015, so die Forscher, soll es aber so weit sein: Dann soll der Prototyp des Osmose-Kraftwerks an den Start gehen.

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