Startseite Kontakt Impressum
Stromvergleich Gasvergleich Autoversicherung wechseln DSL-Anbieter

Milder Winter und steter Wind sichern die Stromversorgung

14. Januar 2012

Winter StromversorgungDie Atomkatastrophe in Fukushima hat im letzten Jahr die Welt erschüttert und in Deutschland zu einem Umdenken in Sachen Energiepolitik geführt. Schnelle Entscheidungen waren gefragt und gefordert.

Den Forderungen kam die Regierung nach und legte mit sofortiger Wirkung acht Atomkraftwerke still. Darüber hinaus wurde für alle weiteren Kraftwerke in der Bundesrepublik die Abschaltung zu einem festen Zeitpunkt beschlossen. Doch damit nicht genug. Verschiedene Gesetze sollen in den kommenden Jahren zudem die Nutzung der erneuerbaren Energien fördern. Bis 2020 sollen laut Regierung etwa 35 Prozent der Stromversorgung in der Bundesrepublik durch Ökostrom abgedeckt werden. Wenn es nach den Vorstellungen der Branche geht, könnten es sogar circa 50 Prozent sein.

Doch es gibt auch Schattenseiten dieser neuen Energiepolitik. So warnen Experten vor Stromengpässen. Besonders im Winter sehen sie die Gefahr der Unterversorgung. Wenn es früh dunkel wird und die Menschen mehr Zeit in den Wohnungen verbringen, steigt der Energiebedarf. Bei einer Windflaute und der fehlenden Arbeit der Photovoltaikanlagen kann es zu Engpässen kommen. Auch unerwartete Ereignisse wie umgeknickte Strommasten oder ein Kraftwerkausfall hätten bezüglich der Stromversorgung ernsthafte Konsequenzen – ein Blackout wäre dann relativ wahrscheinlich. Bisher verließ man sich auf den aus Frankreich importierten Strom.

Die Freude über einen lauen Winter ist daher unter den Experten groß. Die Franzosen haben aufgrund der milden Temperaturen genug Strom zum Exportieren zur Verfügung. Noch dazu ist derzeit auf den Wind Verlass, sodass die Energie durch Windanlagen als zuverlässiger Ersatz für die Solarenergie bereitsteht.

Um dennoch auf Notsituationen vorbereitet zu sein, hat die Regierung eine zusätzliche Stromreserve von rund 2.000 Megawatt gebucht. Obwohl diese Menge zwar knapp bemessen ist, kann Optimismus verbreitet werden. Nicht nur für die Stromversorgung scheint es also gut zu stehen, auch um die Zukunft der „grünen” Ausrichtung der Energiepolitik muss man sich vorerst wohl keine Sorgen machen.

2012: Das ändert sich für Energiekunden

11. Januar 2012

Energiekunden 2012Mit dem 1. Januar 2012 treten für Energiekunden einige Änderungen in Kraft. Gute Nachrichten gibt es für wechselwillige Verbraucher: Wer seinen Strom- oder Gasanbieter wechseln möchte, kann dies ab dem 01.04.2012 innerhalb von drei Wochen und zu jedem beliebigen Zeitpunkt tun. Derzeit gibt es deutschlandweit ca. 1.100 Stromanbieter und knappe 800 Gasversorger. Auf die jeweiligen Regionen umgerechnet bedeutet das für den einzelnen Kunden, dass er im Schnitt zwischen immerhin ca. 100 Strom- und 30 Gasanbietern auswählen kann, deren Konditionen und Tarife sich bezüglich der unterschiedlichen Kundengruppen teils deutlich voneinander unterscheiden. Experten raten immer zu einem exakten Vergleich, bevor ein Wechsel vorgenommen wird.

Auch eine neue Version des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG erhält ab dem 01.01.2012 Gültigkeit. Die Vergütung für Photovoltaikanlagen mit einer maximalen Leistung bis zu 30 Kilowatt wird in diesem Zuge verringert und um knappe 4 Cent auf ca. 24,4 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Außerdem führt die zuständige Behörde die sogenannte optionale Marktprämie ein. Diese soll Anlagenbetreiber dazu bringen, ihren Strom dann einzuspeisen, wenn er auch tatsächlich benötigt wird – die Prämie dient also als Anreiz und soll der besseren Verbreitung und Akzeptanz der erneuerbaren Energien dienen.

Mit Strom betriebene Haushaltsgeräte müssen bereits seit einigen Jahren mit einem Energieeffizienzlabel versehen werden, das genaue Auskunft über Energie- und Wasserverbrauch gibt. Bisher galt dies allerdings nur für Haushaltsgroßgeräte wie Kühlschränke und Wasch- oder Spülmaschinen. Hier wird ab dem 1. Januar die neue Energieklasse A+++ als effizienteste Kategorie eingeführt. Von nun an sollen außerdem auch Fernseher mit entsprechenden Energielabels ausgestattet werden (hier reichen die Energieklassen allerdings zunächst nur bis A). Die Labels sollen des Weiteren neue Piktogramme enthalten, welche sich auf bestimmte Funktionsbereiche des Geräts beziehen: Eine Schneeflocke gibt Auskunft über das Gefriervolumen, eine Milchtüte über die Kühlung und ein Lautsprecher über den Geräuschpegel.

China und das Geschäft mit dem Ökostrom

08. Januar 2012

China ÖkostromPortugals marode Staatskasse hat einem chinesischen Investor das Tor zu Europas Zukunftsmarkt Nr. 1 geöffnet. Mit einem Kapitalanteil von mehr als einem Fünftel ist ein Wasserkrafterzeuger aus dem Reich der Mitte nun der neue Hauptaktionär des größten portugiesischen Stromkonzerns. Diesen strategischen Schritt ließen sich die Chinesen einiges kosten.

Um den gewaltigen Schuldenberg abzutragen, der seinen langen Schatten über Europa wirft, hat sich Portugals unter Druck geratene Regierung entschieden, ihr Tafelsilber zu Geld zu machen. Das betraf zunächst den besagten Stromkonzern. Interessenten gab es viele: Neben brasilianischen Unternehmen warf sich auch ein deutscher Energieriese in den Ring. Letztlich fiel die Wahl jedoch auf den Investor aus Fernost, der nicht nur die stattliche Summe von gut zweieinhalb Milliarden Euro aufbrachte, sondern auch weitere Investitionen in Milliardenhöhe versprach. Darunter soll beispielsweise die Errichtung einer Windturbinenfabrik fallen, die Portugal zusätzliche Exportmillionen einbringen würde.

Privatisierung als Allheilmittel in der Eurokrise

Aus portugiesischen Regierungskreisen heißt es derzeit, dass der Verkauf des Energiekonzerns nur der Anfang einer großen Privatisierungswelle sei. So sieht das Finanzministerium im erfolgreichen Verkauf des Energiekonzerns ein deutliches Zeichen für das internationale Interesse an portugiesischen Unternehmen. Tatsächlich könnte nun der Stein ins Rollen kommen. So ist der Anteilsverkauf einer Fluggesellschaft und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt ebenso vorgesehen, wie die Abstoßung der staatlichen Eisenbahngesellschaft, eines weiteren Energieversorgungsunternehmens und der landesweit größten Bank. Weitere Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung sind angedacht, werden aber gewiss vom Erfolg der vorausgegangenen Schritte abhängig sein. Auf diese Weise soll die Liquidität des Staates kurzfristig und seine Wirtschaftlichkeit langfristig gesichert werden.

Der Fuß in der Tür

Für China wiederum kommt der Einstieg in den europäischen Energiemarkt zum richtigen Zeitpunkt. Als einer der größten Stromversorger des Kontinents bildet das portugiesische Unternehmen ein solides Fundament, auf dem sie aufbauen können. Vor allem aber der Fokus auf regenerativen Energien wird sich wohl über kurz oder lang bezahlt machen.