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Mit ‘Atomausstieg’ getaggte Artikel

Energiewende: wenn das Atom arbeitslos wird

23. Januar 2012

EnergiewendeEs ist noch nicht lange her, da bekräftigte die Bundesregierung ihre Absichten, auch mittel- und langfristig mit Atomstrom zu rechnen. Die Meiler sollten uns mindestens noch bis Mitte dieses Jahrhunderts begleiten. Regenerative Energien galten als ineffizient und konventionelle Energieerzeugung durch Kernreaktoren und Kohlekraftwerke daher als alternativlos. Dann kam Fukushima.

Schwarz-Gelb ist das neue Grün

Alle Welt schaute gebannt ins Land der aufgehenden Sonne. Anfänglich hätte noch niemand gedacht, dass die japanische Katastrophe zu einem deutschen Umdenken führen könnte. Doch die unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Krisenjahre erlahmte Anti-Atombewegung bekam neuen Schwung. Die schwarz-gelbe Koalition beugte sich dem öffentlichen Druck und rief den gerade erst zurückgepfiffenen Atomausstieg von Rot-Grün wieder ins Leben. Sie schrieb sich sogar eine noch schnellere Energiewende auf die Fahnen. 2011 war eben auch ein wichtiges Wahljahr.

Neuen Strom braucht das Land

Die Energiegewinnung aus Wasser, Wind und Sonne wurde in der Folge weiter vorangetrieben. Die deutsche Stromwirtschaft zog dieser Tage Bilanz und hob den grünen Daumen. Der Anteil regenerativer Energie sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen und hätte sich zwischen Braun- und Steinkohle auf Platz zwei geschoben. Damit dieser Trend jedoch nicht ins Stocken gerät, seien weitere Investitionen in Forschung, Standorterschließung und Netzausbau notwendig.

Die Flaschenhälse der Stromversorgung

Nach wie vor sind die drei Grundprobleme regenerativer Energien ungelöst: 1. Die natürlichen Energiequellen Wind und Sonne sind relativ unzuverlässig. 2. Die Speicherung von Energieüberschüssen ist noch immer unzureichend. 3. Das innerdeutsche Stromnetz ist für die unregelmäßige, dezentrale Einspeisung nicht ausgelegt. Hier sind Nachbesserungen unausweichlich.

Lichtblick Solarstrom

Während manche Sorgen wie der komplizierte Rückbau von Atommeilern, das Nord-Süd-Gefälle der Windenergiegewinnung und die Entwicklung von Erdwärme- und Gezeitenkraftwerken noch auf Jahre Thema bleiben werden, ist der Solarstrom schon heute der Klassenprimus alternativer Technologien. Photovoltaikanlagen finden sich mehr denn je auf deutschen Dächern – getreu dem Motto: Einer für alle und alle für einen. Die Tendenz ist steigend.

Energie-Konzerne im Umbruch

19. August 2011

Schwere Zeiten für Energiekonzerne?In der Energie-Branche herrschen Einbruch und Umbruch. Für die vier großen Energiekonzerne E.on, EnBW, Vattenfall und RWE sind die „fetten Jahre“ zunächst einmal vorbei. Für das erste Halbjahr 2011 werden bei allen Unternehmen Gewinneinbrüche erwartet. Experten sagen den Unternehmen rund 30 bis 70 Prozent Einbußen voraus.

Je nach Unternehmen muss darüber hinaus mit zusätzlichen Kosten von etwa 750 bis 900 Millionen Euro gerechnet werden. Ein Teil der Mehrkosten entsteht dabei durch die Einführung der Brennelementesteuer. Dass die Gewerkschaften sich um viele Arbeitsplätze sorgen, ist daher nur allzu verständlich. Bei E.on sollen laut Berichten Arbeitsplätze sowohl in der Zentrale in München als auch in den Niederlassungen in Hannover und Essen eingespart werden. Diese Maßnahme soll Kosten senken und mehr Kapital locker machen.Das ist auch dringend notwendig. Schließlich bringt der Wandel in der Energie-Branche auch hohe Kosten für die Unternehmen mit sich.

Durch den Atomausstieg rechnen die Energie-Konzerne bis zum Jahr 2022 mit etwa 20 Milliarden Euro weniger Gewinn. Zudem müssen die Unternehmen für den Rückbau der dann überflüssigen Kernkraftwerke aufkommen und sich auf die neuen Technologien für die Gewinnung alternativer Energien einstellen. Die Umstellung auf die neuen Energiequellen bedarf einiger Investitionen. Der Bau von Gaskraftwerken, Windparks und neuen Stromleitungen sind hier nur einige der anfallenden Projekte. Experten schätzen den finanziellen Bedarf auf rund 200 Milliarden Euro im Laufe der nächsten zehn Jahre.

Wollen die Energie-Konzerne verhindern von den Ratingagenturen herabgestuft zu werden, müssen sie sich schnell etwas einfallen lassen. Mit einer mangelhaften Kreditwürdigkeit würde es den Unternehmen noch schwerer fallen, Kredite für die notwendigen Investitionen zu erhalten und bei rückläufigen Gewinnzahlen kann auch auf die Gewinne nicht zurückgegriffen werden. Am Markt rechnet man daher schon mit der Kürzung der Dividenden. Für die Unternehmen bedeutet es außerdem, dass Sparmaßnahmen ergriffen werden müssen. Ob und in welchem Umfang die Arbeitnehmer hiervon betroffen sind, wird sich noch zeigen müssen.

Verhandlungen über Gaspreise gescheitert

12. Juli 2011

Gaspreise GasanbieterSteigende Gaspreise sind bereits seit einiger Zeit nicht nur für Verbraucher ein Ärgernis. Durch den beschlossenen Atomausstieg Deutschlands geraten die Preise für Gas nun erneut ins Blickfeld: Hiesige Anbieter und Energiekonzerne befürchten, dass die Höhe der Preise einen schnellen Wechsel der Energiequellen bremsen könnte. Einige der Anbieter selbst schreiben derzeit rote Zahlen und sind natürlich bestrebt, dies in absehbarer Zeit zu ändern.

Das Problem: Die mit dem Gaslieferanten verhandelten Verträge sehen eine extrem lange Laufzeit vor, während der keine Preisänderungen geplant sind. Kürzliche Verhandlungen zwischen Anbietern und dem Gaslieferanten sind allerdings gescheitert, da es den Parteien nicht gelang, sich auf neue Preise für die Lieferungen nach Deutschland zu einigen. Es war nicht das erste Mal, dass beide Partien aus demselben Grund miteinander in Verhandlung getreten sind – bereits seit Längerem finden immer wieder Gespräche statt, die eine mögliche Senkung zum Thema haben. Getan hat sich bisher allerdings nicht viel. Davon abgesehen, dass ein weltweit größeres Angebot von flüssigem Erdgas den derzeitigen Gaspreis langsam, aber sicher unter Druck setzt.

Noch hat das keine positiven Auswirkungen für Gasanbieter oder Verbraucher. Im Gegenteil: erst kürzlich erklärte ein bekannter deutscher Energiekonzern, er könne und wolle bei den derzeitigen Gaspreisen und unter den gegebenen Umständen nicht auf einen Neubau von Gaskraftwerken setzen, wie man ursprünglich in Erwägung gezogen hatte. Zwar könnte mit diesen schnell und günstig Elektrizität erzeugt werden, die hohen Betriebskosten stünden aber in keinem Verhältnis dazu, so ein Sprecher.

Einen Lichtblick am Horizont gibt es zumindest: Ein Sprecher des russischen Gaslieferanten erklärte, man sei durchaus bestrebt, größere Gasmengen nach Westeuropa zu liefern. Besonders Deutschland habe das Interesse der Lieferanten geweckt – durch den baldigen Atomausstieg sei es zu einem viel versprechenden Kunden geworden. Sogar über eine Beteiligung an der Errichtung von Gaskraftwerken würde derzeit nachgedacht.