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Mit ‘Atomausstieg’ getaggte Artikel

Verhandlungen über Gaspreise gescheitert

12. Juli 2011
Gaspreise Gasanbieter

© flashpics - Fotolia.com

Steigende Gaspreise sind bereits seit einiger Zeit nicht nur für Verbraucher ein Ärgernis. Durch den beschlossenen Atomausstieg Deutschlands geraten die Preise für Gas nun erneut ins Blickfeld: Hiesige Anbieter und Energiekonzerne befürchten, dass die Höhe der Preise einen schnellen Wechsel der Energiequellen bremsen könnte. Einige der Anbieter selbst schreiben derzeit rote Zahlen und sind natürlich bestrebt, dies in absehbarer Zeit zu ändern.

Das Problem: Die mit dem Gaslieferanten verhandelten Verträge sehen eine extrem lange Laufzeit vor, während der keine Preisänderungen geplant sind. Kürzliche Verhandlungen zwischen Anbietern und dem Gaslieferanten sind allerdings gescheitert, da es den Parteien nicht gelang, sich auf neue Preise für die Lieferungen nach Deutschland zu einigen. Es war nicht das erste Mal, dass beide Partien aus demselben Grund miteinander in Verhandlung getreten sind – bereits seit Längerem finden immer wieder Gespräche statt, die eine mögliche Senkung zum Thema haben. Getan hat sich bisher allerdings nicht viel. Davon abgesehen, dass ein weltweit größeres Angebot von flüssigem Erdgas den derzeitigen Gaspreis langsam, aber sicher unter Druck setzt.

Noch hat das keine positiven Auswirkungen für Gasanbieter oder Verbraucher. Im Gegenteil: erst kürzlich erklärte ein bekannter deutscher Energiekonzern, er könne und wolle bei den derzeitigen Gaspreisen und unter den gegebenen Umständen nicht auf einen Neubau von Gaskraftwerken setzen, wie man ursprünglich in Erwägung gezogen hatte. Zwar könnte mit diesen schnell und günstig Elektrizität erzeugt werden, die hohen Betriebskosten stünden aber in keinem Verhältnis dazu, so ein Sprecher.

Einen Lichtblick am Horizont gibt es zumindest: Ein Sprecher des russischen Gaslieferanten erklärte, man sei durchaus bestrebt, größere Gasmengen nach Westeuropa zu liefern. Besonders Deutschland habe das Interesse der Lieferanten geweckt – durch den baldigen Atomausstieg sei es zu einem viel versprechenden Kunden geworden. Sogar über eine Beteiligung an der Errichtung von Gaskraftwerken würde derzeit nachgedacht.

Studie: Keine höheren Strompreise durch Atomausstieg

20. Juni 2011
Strompreise Atomausstieg

© Heidi Baldrian - Fotolia.com

Kernkraft-Befürworter argumentieren häufig mit dem Klimaschutz gegen den geplanten Atomausstieg, da dieser den CO2-Ausstoß erhöhen würde. Dem tritt eine Studie nun ebenso entgegen wie der These, der Ausstieg würde die Strompreise in die Höhe treiben.

Nach Meinung von Ökonomen und Klimaforschern wird der für 2022 geplante Ausstieg aus der Kernenergie weder den Ausstoß von Treibhausgasen noch die Strompreise steigen lassen – eine Studie der Universität Leipzig und eines Potsdamer Forschungsinstituts kommt zu diesem Ergebnis. Demnach werde es keinen gravierenden Unterschied in der Preisgestaltung auf dem Strommarkt geben, wenn die Atommeiler ersetzt werden. Der Neubau von Gaskraftwerken sei in seiner Auswirkung auf die Strompreise mit dem Bau von Kohlekraftwerken gleichzusetzen.

Kritiker des Ausstiegs hatten bisher vor allem den Klimaschutz als Argument für die Atomenergie ins Feld geführt – sie befürchteten deutlich höhere Emissionen von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid durch die Ersatz-Kraftwerke. Die mit der Studie betrauten Forscher untersuchten, welche Folgen unterschiedliche Ausstiegstermine hätten – dabei wurden auch Zeitpunkte berücksichtigt, die eine Laufzeitverlängerung voraussetzen würden. Das Ergebnis: Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid würde durch neue Gaskraftwerke nicht steigen, sondern sinken – bei der Gasverbrennung wird nur halb so viel CO2 emittiert wie bei Kohle.

Die Modellrechnungen der Untersuchung kommen zu dem Ergebnis, dass auch die Börsenpreise für Strom nur kurzfristig ansteigen werden, wenn der Ausstieg 2022 stattfindet. Bereits ca. 2030 würden sie sich hingegen wieder auf das Niveau von 2010 einpendeln. Etwa bis zum Jahr 2015 werden die Preise laut Prognose um knapp einen Cent pro Kilowattstunde auf dann rund 6 Cent steigen. Eine Laufzeitverlängerung hätte einen Anstieg um jeweils ca. 0,2 Cent zur Folge gehabt. Der Ausbau erneuerbarer Energien wird den Preisanstieg der Studie nach abfangen.

Ein volkswirtschaftlicher Schaden durch den Atomausstieg ist nach Ansicht der Wissenschaftler also nicht zu befürchten – Voraussetzung sei aber, dass der Umbau problemlos vonstattengeht, die Bürger energiebewusster agieren und die Preise für fossile Brennstoffe relativ stabil bleiben.

Was kostet der Atomausstieg?

06. Juni 2011
Atomausstieg

© N-Media-Images - Fotolia.com

Lange Zeit galt der Atomstrom als sauber und sicher, doch die Ereignisse und andauernden Probleme im Reaktor Fukushima lassen diese Form der Energiegewinnung nun in ganz anderem Licht erscheinen. Befürwortern bleibt jetzt nur noch das Argument der Kosten, um für die Atomkraftwerke möglichst lange Laufzeiten herauszu-handeln, entscheidet sich doch laut einer Umfrage rund ein Drittel der Bevölkerung über den Preis für oder gegen einen Stromanbieter, unabhängig davon, aus welchen Quellen dieser seinen Strom bezieht.

Glaubt man der Atomlobby oder auch so manchem Politiker, wird der Ausstieg aus der Atomkraft sehr teuer. Privathaushalte müssten bis zu 40 Prozent mehr für ihren Strom bezahlen. Für energieintensive Industrieunternehmen wird ein Anstieg der Stromkosten auf bis zu 222 Prozent befürchtet, was allein in Bayern den Verlust von rund 100.000 Arbeitsplätzen nach sich ziehen könne. Solche und andere Schreckensmeldungen bewog nun sogar die Bundesnetzzentrale zu einer Warnung vor Panikmache.

Doch Klimaschützer halten dagegen. Langfristig gesehen ist Ökostrom sogar preiswerter als Atomstrom. Ein beschleunigter Ausstieg aus der Atomenergie würde zu einem durchschnittlichen Anstieg des Energiepreises von ca. 25 Euro pro Haushalt und Jahr führen. Würden im Gegenzug auch die erneuerbaren Energien verstärkt ausgebaut, könne dies langfristig sogar zu einem niedrigeren Strompreis führen, als wir ihn derzeit haben. So hat der Verbraucher zwar vorübergehend mit einem höheren Preisniveau zu rechnen, doch diese Tendenz könne bereits im Jahr 2030 wieder umgekehrt werden. Darüber hinaus entkräften die Studien auch die Angst vor dem prognostizierten Stellenabbau. Die Befürworter des Atomausstieges rechnen sogar mit ca. 300.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energien geschaffen werden können.

Der Kampf für den Ausstieg aus der Atomenergie auf der einen Seite und für die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke auf der anderen wird noch lange verbittert weitergeführt werden, und ein Ende der Zahlenspielereien ist wohl noch nicht abzusehen.