
© electriceye - Fotolia.com
Laut Branchenexperten könnten die Kosten für Ökostrom im Jahr 2012 leicht ansteigen. Die Bundesregierung war hingegen bisher von sinkenden Kosten ausgegangen.
In Branchenkreisen wird ein Anwachsen der Ökoenergie-Umlage auf rund 3,8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) prognostiziert – dies entspräche einer Steigerung um 0,3 Cent je kWh. In den Medien häufen sich ähnliche Berichte. Für einen durchschnittlichen Haushalt, der im Jahr etwa 4.000 kWh verbraucht, würde dieser Anstieg eine Mehrbelastung von etwa 12 Euro jährlich bedeuten.
Wie hoch die Umlage für erneuerbare Energien tatsächlich sein wird, zeigt sich am 14. Oktober: Dann veröffentlichen die vier Betreiber der Übertragungsnetze die entsprechenden Zahlen. Da die Umlage 2011 vorsorglich relativ hoch angesetzt wurde, hatte das Umweltministerium bis zuletzt betont, dass es für das Jahr 2012 mit sinkenden Kosten rechnen würde. Das Konto der Netzbetreiber, auf das die Umlagezahlungen fließen, befand sich im August 2011 jedoch mit etwa 450 Millionen Euro im Minus. Hier besteht ein weiteres Risiko für den Verbraucher: Die Betreiber könnten sich zur Erhebung eines Puffer-Beitrags entscheiden, um zukünftig nicht mehr in Vorleistung gehen zu müssen – dies würde erneut steigende Kosten verursachen.
Verschiedene Experten gehen davon aus, dass die Strompreise auch 2012 steigen werden, da sich voraussichtlich auch die zusätzlichen Kosten für den Ausbau der Stromnetze niederschlagen werden. Photovoltaikanlagen und Windräder sind paradoxerweise ebenfalls für die wachsenden Kosten verantwortlich: Je mehr Ökostrom zur Einspeisung bereitsteht, desto mehr fallen die Preise an der Leipziger Strombörse. Dadurch wird die Öko-Umlage in die Höhe getrieben, da diese sich aus der Differenz zwischen der gesetzlichen Einspeise-Vergütung und dem Strompreis an der Börse berechnet – sinkende Kurse sorgen für eine steigende Differenz.
Schon durch die Erhöhung der Umlage von rund 2,05 Cent im Jahr 2010 auf den aktuellen Wert von mehr als 3,5 Cent stiegen die Strompreise bei geschätzten 800 Versorgern um etwa sieben Prozent – der Durchschnittshaushalt musste so 67 Euro mehr im Jahr bezahlen.


