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Mit ‘Energiewende’ getaggte Artikel

Energiewende: Steigende Kosten für Ökostrom befürchtet

05. Oktober 2011
Ökostrom Kosten

© electriceye - Fotolia.com

Laut Branchenexperten könnten die Kosten für Ökostrom im Jahr 2012 leicht ansteigen. Die Bundesregierung war hingegen bisher von sinkenden Kosten ausgegangen.

In Branchenkreisen wird ein Anwachsen der Ökoenergie-Umlage auf rund 3,8 Cent pro Kilowattstunde (kWh) prognostiziert – dies entspräche einer Steigerung um 0,3 Cent je kWh. In den Medien häufen sich ähnliche Berichte. Für einen durchschnittlichen Haushalt, der im Jahr etwa 4.000 kWh verbraucht, würde dieser Anstieg eine Mehrbelastung von etwa 12 Euro jährlich bedeuten.

Wie hoch die Umlage für erneuerbare Energien tatsächlich sein wird, zeigt sich am 14. Oktober: Dann veröffentlichen die vier Betreiber der Übertragungsnetze die entsprechenden Zahlen. Da die Umlage 2011 vorsorglich relativ hoch angesetzt wurde, hatte das Umweltministerium bis zuletzt betont, dass es für das Jahr 2012 mit sinkenden Kosten rechnen würde. Das Konto der Netzbetreiber, auf das die Umlagezahlungen fließen, befand sich im August 2011 jedoch mit etwa 450 Millionen Euro im Minus. Hier besteht ein weiteres Risiko für den Verbraucher: Die Betreiber könnten sich zur Erhebung eines Puffer-Beitrags entscheiden, um zukünftig nicht mehr in Vorleistung gehen zu müssen – dies würde erneut steigende Kosten verursachen.

Verschiedene Experten gehen davon aus, dass die Strompreise auch 2012 steigen werden, da sich voraussichtlich auch die zusätzlichen Kosten für den Ausbau der Stromnetze niederschlagen werden. Photovoltaikanlagen und Windräder sind paradoxerweise ebenfalls für die wachsenden Kosten verantwortlich: Je mehr Ökostrom zur Einspeisung bereitsteht, desto mehr fallen die Preise an der Leipziger Strombörse. Dadurch wird die Öko-Umlage in die Höhe getrieben, da diese sich aus der Differenz zwischen der gesetzlichen Einspeise-Vergütung und dem Strompreis an der Börse berechnet – sinkende Kurse sorgen für eine steigende Differenz.

Schon durch die Erhöhung der Umlage von rund 2,05 Cent im Jahr 2010 auf den aktuellen Wert von mehr als 3,5 Cent stiegen die Strompreise bei geschätzten 800 Versorgern um etwa sieben Prozent – der Durchschnittshaushalt musste so 67 Euro mehr im Jahr bezahlen.

Energiewende: Machtmonopol großer Versorger befürchtet

08. August 2011
Energiewende

© K.F.L. - Fotolia.com

Das Bundeskartellamt warnt vor einem Machtmonopol der großen Stromversorger im Zuge des Atomausstiegs – durch die Energiewende könnte der Wettbewerb auf dem Strommarkt gefährdet sein.

Experten des Bundeskartellamts gehen davon aus, dass die Marktmacht der vier größten Energieversorger Deutschlands durch den beschlossenen Atomausstieg kurzfristig weiter steigen dürfte. Dies würde den ohnehin schon geschwächten Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt weiter beeinträchtigen. Einer der Gründe für diesen Effekt wird in der Geschwindigkeit gesehen, in der acht der insgesamt 17 Atommeiler in Deutschland vom Netz genommen wurden: Die Streichung dieser erheblichen Kapazitäten sei zumindest für kurzfristige Wettbewerbsverschiebungen verantwortlich, so die Fachleute.

Bis die entstandene Lücke durch andere Kraftwerke geschlossen werden kann, wird nach Ansicht der Experten einige Zeit vergehen. Zudem könnten Kraftwerke der vier großen Versorgungsunternehmen als Kaltreserve in Betrieb gehalten werden – ein weiterer Wettbewerbsvorteil. Klärungsbedarf sieht das Bundeskartellamt auch bei der zukünftigen Regulierungspraxis auf dem Strommarkt: Eine staatliche Vergabe von Konzessionen, die den Versorger, den Bauort und die Kapazität zukünftiger Kraftwerke bestimmen, wird überaus kritisch beurteilt – ein solches Vorgehen widerspricht aus Sicht der Experten den Gesetzen der freien Marktwirtschaft.

Für Verbraucher könnte der eingeschränkte Wettbewerb auf dem Strommarkt mit höheren Versorgungskosten einhergehen. Als Indiz dafür gelten die zuletzt stark angestiegenen Großhandelspreise für Strom. Mittelfristig prognostizieren die Experten jedoch durchaus günstige Entwicklungen auf dem deutschen Strommarkt. Voraussetzung dafür sei vor allem ein größerer Stellenwert der erneuerbaren Energien – durch die dezentrale Herstellung könnte sich eine größere Vielfalt von Anbietern etablieren und den Wettbewerb erstarken lassen.

Eine herausgehobene Stellung in den Energieplänen der Bundesregierung kommt dem Gas zu. Aus diesem Grund wird die geplante strategische Kooperation zweier marktträchtiger Gasanbieter aus Deutschland und Russland besonders beobachtet. Da die Einzelheiten der Zusammenarbeit noch unbekannt sind, ist auch die Zuständigkeit für die Überprüfung noch nicht geklärt – diese könnte entweder beim Kartellamt oder bei der EU-Kommission liegen.

Sinneswandel Energiewende – Eine Frage des Gewissens oder des Geldes?

04. Mai 2011
Energiewende

© K.F.L. - Fotolia.com

Die japanischen Ereignisse der letzten Wochen, der 25. Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl, der wiederentdeckte landesweite Bürger-
wille und nicht zuletzt das Wahlkampfkalkül der Bundesregierung: Der Sinneswandel in der Atomfrage hat viele und davon nicht wenige ungewollte Väter. Doch seither werden immer wieder beunruhigte Stimmen laut, das neu entdeckte grüne Gewissen der politischen Führung könnte vor allem dem Steuerzahler teuer zu stehen kommen.

Spätes Erwachen

Dabei ist es ein gern zitierter Trugschluss konservativer Kreise und Atomlobbyisten, dass vor allem ein schneller Ausstieg aus der Kernenergie die Kosten in die Höhe treibe. Nur ist es rein finanziell egal, ob der letzte Meiler 2050 oder 2020 vom Netz geht. Die Frage ist nur, wann die Kosten auf uns zukommen und welche Generation bereit ist, diese zu tragen.

Atomfrei – und dann?

Dass der Atomausstieg nicht ohne Investitionen in die alternative Stromerzeugung zu bewerkstelligen ist, dürfte jedem klar sein. Darunter fällt vor allem der Ausbau regenerativer Energien wie Wind, Sonne und Wasser, aber auch die Modernisierung des Stromnetzes und der fossilen Kraftwerke. Dazu kommen Innovationskosten für eine effizientere Nutzung von Biomasse und zur Entwicklung sinnvoller Speichersysteme.

Wer zahlt die Zeche?

Erste Schätzungen ergeben, dass der Strompreis in Deutschland in den nächsten Jahren um etwa 20 Prozent steigen wird. Legt man den heute geltenden Preis einer Kilowattstunde (kWh) von ca. 23 Cent zugrunde und eine Preissteigerung bis zum Jahr 2020 um 4 bis 5 Cent, dann entfallen auf einen durchschnittlichen deutschen Haushalt mit drei Personen, die 3.500 bis 4.000 kWh verbrauchen, Mehrkosten von ca. 13,50 Euro pro Monat. Doch nicht erst die jüngsten Vorkommnisse in Japan legen nahe, dass Investitionen in die Zukunft ihr Geld wert sein werden.