Startseite Kontakt Impressum
Stromvergleich Gasvergleich Autoversicherung wechseln DSL-Anbieter

Mit ‘Regenerative Energien’ getaggte Artikel

Regierung will Reform der Ökostromförderung

16. Mai 2011
Ökostromförderung

© Michel Angelo - Fotolia.com

Die Forderungen der Gesellschaft nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehen auch an der Politik nicht vorbei. Sie muss nicht nur auf technische Neuerungen reagieren, sondern sich an gesellschaftlich-wirtschaftliche Veränderungen anpassen.

Dementsprechend soll nun die Förderung von Ökostrom reformiert werden. Verschiedene Methoden der Energieerzeugung sollen dabei besondere Förderungen erhalten. Vor allem Anbieter von Wind-, Sonnen- und Biogas-Energie soll von der Reform profitieren. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht wahrscheinlich eine „optionale Marktprämie“ vor, die dafür sorgen soll, dass die erneuerbaren Energiequellen vor allem bei großer Nachfrage zum Einsatz kommen. Dazu gehört, dass Anbieter von Ökostrom lernen auf den Markt zu reagieren und ihr Angebot anzupassen. Sie sollen in Zukunft ihre Energie besser speichern, wenn sie nicht benötigt wird und erneuerbare Energien dann in das Stromnetz einspeisen, wenn eine erhöhte Nachfrage besteht.

Dies ist vor allem wichtig, wenn der Ökostrom 2020 einen Anteil von etwa 35 Prozent des Stroms ausmacht, denn dann können konventionelle Energiekraftwerke allein nicht ausreichend auf Nachfrage-Schwankungen reagieren. Zudem soll die Prämie dafür sorgen, dass Ökostrom in der Vermarktung mit der konventionellen Stromerzeugung gleichzieht.

Die Reform soll außerdem finanzielle Anreize setzen. Mehr Förderung erhalten demnach Projekte, die Windenergie auf See und Geothermie, also Erdwärme, einsetzen. Förderungen für Windanlagen an Land und Energieproduktionen durch Biomasse sollen hingegen gekürzt werden. Laut Berichten sollen die Vergütungen für Windkraftanlagen auf See auf etwa 15 Cent pro Kilowattstunde erhöht werden. Zu ähnlichen Erhöhungen wird es ebenso bei Energie durch Geothermie kommen. Besonderen Wert wird auch in Zukunft darauf gelegt, dass erneuerbare Energien den Vorrang gegenüber traditionellen Energiequellen erhalten. Konkret bedeutet dies, dass in Zeiten von Stromüberschuss Windkraftanlagen erst abgestellt werden, nachdem Gas-, Kohle- und Kernkraftwerke vom Netz genommen wurden. Nach Berichten sollen die Anpassungen des Gesetzes bereits im Juni von Bundesrat und Bundestag genehmigt werden, damit sie dann im Januar 2012 in Kraft treten können.

Anteil der erneuerbaren Energien nimmt stetig zu

27. April 2011
Wasserkraft

© Thaut Images - Fotolia.com

Die erneuerbaren Energien sind auf dem Vormarsch: Seit Beginn der 1990er-Jahre ist ihr Anteil am Gesamtstromverbrauch auf knappe 17 Prozent gestiegen. Das bedeutet eine glatte Vervierfachung binnen eines Zeitraums von ungefähr zwanzig Jahren. Allerdings belief sich der Prozentsatz der Kernenergie im Jahr 2010 mit ca. 24 Prozent immer noch auf ein knappes Viertel und übertraf damit die erneuerbaren Energien.

Betrachtet man den europäischen Durchschnitt, ist der Gesamtanteil am sogenannten Ökostrom allerdings noch immer eher gering: Bis zum Jahr 2008 lag Deutschland mit knappen 15 Prozent nur auf einem fünften Platz. Die Goldmedaille ging ganz klar an Österreich, wo mithilfe von Wasserkraft ganze 62 Prozent erneuerbare Energien erreicht wurden. Dänemark belegte den Spitzenplatz unter den Ländern mit der höchsten Zuwachsrate: Der Anteil an Ökostrom stieg dort innerhalb von 18 Jahren von weniger als drei auf knappe 28 Prozent, was beinahe einer Verzehnfachung gleichkommt.

Spitzenreiter unter den Ländern, die immer noch den meisten Strom aus Kernenergie verwendeten, war 2008 Frankreich mit einem Anteil von 83 Prozent. Dahinter folgten Litauen und die Slowakei, die jeweils knapp 75 Prozent / die Hälfte ihres Gesamtstroms aus Kernkraftwerken bezogen. Deutschland lag zu diesem Zeitpunkt bei ungefähr 25 Prozent, also einem knappen Viertel.

Es gab dagegen aber auch Staaten in der EU, für die der Atomstrom bereits gar keine Rolle mehr spielte. Dazu gehörten Österreich, Polen und Irland. Bis zum Jahr 2020 soll für die gesamte EU ein Mindestanteil an Ökostrom von mindestens 20 Prozent gelten. Auf diese Weise sollten die Mitgliedsstaaten unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden und gleichzeitig den gefährlichen CO2-Ausstoß erheblich reduzieren. Erneuerbare Energiequellen wie Wind, Wasser oder Sonne befinden sich damit eindeutig auf dem Vormarsch. Ein endgültiger Atomausstieg ist allerdings längst nicht absehbar. Welchen Rang Deutschland EU-weit nach dem Jahr 2011 belegt, wird sich auch danach entscheiden, ob die bisher sieben abgeschalteten Atommeiler wieder in Betrieb genommen werden oder nicht.

Trotz erneuerbarer Energien: Das Ökozeitalter ist noch weit entfernt

09. Februar 2011
Ökozeitalter

© Carola Schubbel - Fotolia.com

Das Thema „erneuerbare Energien“ ist in aller Munde. Umweltfreundlich und ökologisch wertvoll soll der Strom der Zukunft erzeugt, der Grundstein dafür bereits in der Gegenwart gelegt werden. Theoretisch klingt das nach einem guten Vorhaben; praktisch lässt es sich allerdings nicht so schnell umsetzen, wie viele gehofft hatten.

Trotz des Vormarsches, auf dem sich die erneuerbaren Energien befinden, gehen Experten davon aus, dass wir auch im Jahr 2035 einen hohen Prozentsatz unserer Energie aus den sogenannten fossilen Energiequellen beziehen werden. Der Grund dafür ist der steigende Weltenergiebedarf. Schätzungen zufolge wird der weltweite Energieverbrauch in den kommenden rund 25 Jahren um mehr als ein Drittel ansteigen, der Stromverbrauch sogar um ca. Dreiviertel.

In Indien beispielsweise wird geschätzt, dass sich der Verbrauch mehr als verdoppeln wird. Dagegen soll die Nachfrage in der EU leicht sinken, was aber den steigenden Verbrauch in anderen Teilen der Welt nicht kompensieren kann. Das Klimaschutzziel, das man sich für die kommenden 25 Jahre gesetzt hat, wird wohl deutlich verfehlt werden – und das, obwohl prognostiziert wird, dass sich der Verbrauch der erneuerbaren Energien mindestens verdreifachen wird. Experten sind der Ansicht, dass sich der weltweit ansteigende Energiebedarf nur dann decken lässt, wenn neben der Verwendung fossiler Energiequellen auch stark in erneuerbare Energien investiert wird. Die weltweiten Subventionen, die derzeit bei knapp unter 60 Milliarden Dollar liegen, müssten sich demnach auf mindestens 200 Milliarden Dollar jährlich erhöhen.

Dennoch lässt sich auch auf diese Weise die steigende Nachfrage nach Brennstoffen wie Gas, Öl oder gar Kohle nicht aufhalten. Besonders in Ländern, die ihr Verkehrsnetz gerade erst richtig ausbauen, wird derzeit auf diese Energiequellen gesetzt, die anderenorts schon lange aus umweltfreundlichen Gründen in Verruf geraten sind. Es wird also noch einige Jahrzehnte dauern, bis das viel gepriesene Ökozeitalter tatsächlich eingeläutet werden kann.