Nach den Plänen des Umweltministeriums könnten die Förderbeträge für Solarenergie künftig monatlich statt wie bisher halbjährlich sinken. Merkliche Auswirkungen auf die Strompreise werden durch diese Umstellung nicht erwartet.
Nach einem Treffen mit Vertreten der Solarbranche hat der Bundesumweltminister verdeutlicht, dass er die Nutzung von Solarenergie auch künftig vorantreiben will. Im Jahr 2011 ist es zu erheblichen Zuwächsen im Bereich der Solarenergie gekommen – die erzielte Mehrleistung von rund 7.500 Megawatt ist theoretisch vergleichbar mit der Stromerzeugung von fünf Kernkraftwerken. Dieser Anstieg wird unter anderem auf das derzeitige Fördermodell der Bundesregierung zurückgeführt, das eine regelmäßige Kürzung der Fördermittel vorsieht und Mitnahmeeffekte begünstigen kann: So führte die Reduzierung der Beihilfen im Januar 2012 zu einer stark erhöhten Nachfrage im Dezember des Vorjahres, jeder wollte noch in den Genuss der vollen Förderung kommen. Da die Geldmittel für die Subventionierung von den Verbrauchern über die Öko-Zulage aufgebracht werden, befürchten Experten steigende Strompreise.
Diese Entwicklung sieht der Bundesumweltminister als Anlass, eine Überarbeitung des Fördermodells in Betracht zu ziehen. Sein Vorschlag: Die Beträge sollen künftig monatlich statt wie bisher halbjährlich gekürzt werden. Diese Reduzierung von bis zu 24 Prozent im Jahr soll dazu führen, dass „Schlussverkäufe“ wie Ende 2011 in Zukunft vermieden werden. Zugleich könnte so der unkontrollierte Ausbau auf dem Solarstrom-Sektor unterbunden werden.
Nach Ansicht des Ministers könnten bereits im Jahr 2017 die ersten Anlagen zur Solarstrom-Gewinnung gänzlich ohne Förderung betrieben werden. Zusätzlich räumt er dem Export deutscher Solartechnik große Zukunftschancen ein.
Aktuell zahlen die Verbraucher etwa acht Milliarden Euro für den Strom aus Solarenergie, demgegenüber werden aber nur rund drei Prozent des verfügbaren Stroms aus Sonnenenergie gewonnen. Die Netzbetreiber geben jedoch zu bedenken, dass Versorgungsengpässe aufgrund der Abschaltung deutscher Atommeiler durch Solarstrom verhindert worden seien. Eine Studie geht davon aus, dass das Stromnetz das Solarstromaufkommen nur bis zu einem Limit von etwa 30.000 Megawatt bewältigen könne – dieser Grenzwert könnte bereits im laufenden Jahr erreicht werden.


Die Nutzung alternativer Energiequellen ist auf dem Vormarsch: In vielen Gemeinden Deutschlands wird der Ausbau der Kapazitäten vorangetrieben, genutzt wird beispielsweise die Abwärme aus Biogasanlagen.
Fertighäuser oder sogenannte Systemhäuser sind mittlerweile weit verbreitet. Nun sind Japaner noch einen Schritt weiter gegangen: Der Konzern Panasonic bietet eine ökologische Stadt, die schlüsselfertig bestellt werden kann und sich selbst mit Energie versorgt. Das erste Musterstädtchen entsteht in Fujisawa, das südlich von Tokio gelegen ist. Dort wird auf einem großen Fabrikgelände eine klimafreundliche und nachhaltige Stadt erbaut.