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Mit ‘Solarenergie’ getaggte Artikel

Erneuerbare Energien: Solarförderung soll monatlich sinken

27. Januar 2012

SolarförderungNach den Plänen des Umweltministeriums könnten die Förderbeträge für Solarenergie künftig monatlich statt wie bisher halbjährlich sinken. Merkliche Auswirkungen auf die Strompreise werden durch diese Umstellung nicht erwartet.

Nach einem Treffen mit Vertreten der Solarbranche hat der Bundesumweltminister verdeutlicht, dass er die Nutzung von Solarenergie auch künftig vorantreiben will. Im Jahr 2011 ist es zu erheblichen Zuwächsen im Bereich der Solarenergie gekommen – die erzielte Mehrleistung von rund 7.500 Megawatt ist theoretisch vergleichbar mit der Stromerzeugung von fünf Kernkraftwerken. Dieser Anstieg wird unter anderem auf das derzeitige Fördermodell der Bundesregierung zurückgeführt, das eine regelmäßige Kürzung der Fördermittel vorsieht und Mitnahmeeffekte begünstigen kann: So führte die Reduzierung der Beihilfen im Januar 2012 zu einer stark erhöhten Nachfrage im Dezember des Vorjahres, jeder wollte noch in den Genuss der vollen Förderung kommen. Da die Geldmittel für die Subventionierung von den Verbrauchern über die Öko-Zulage aufgebracht werden, befürchten Experten steigende Strompreise.

Diese Entwicklung sieht der Bundesumweltminister als Anlass, eine Überarbeitung des Fördermodells in Betracht zu ziehen. Sein Vorschlag: Die Beträge sollen künftig monatlich statt wie bisher halbjährlich gekürzt werden. Diese Reduzierung von bis zu 24 Prozent im Jahr soll dazu führen, dass „Schlussverkäufe“ wie Ende 2011 in Zukunft vermieden werden. Zugleich könnte so der unkontrollierte Ausbau auf dem Solarstrom-Sektor unterbunden werden.

Nach Ansicht des Ministers könnten bereits im Jahr 2017 die ersten Anlagen zur Solarstrom-Gewinnung gänzlich ohne Förderung betrieben werden. Zusätzlich räumt er dem Export deutscher Solartechnik große Zukunftschancen ein.

Aktuell zahlen die Verbraucher etwa acht Milliarden Euro für den Strom aus Solarenergie, demgegenüber werden aber nur rund drei Prozent des verfügbaren Stroms aus Sonnenenergie gewonnen. Die Netzbetreiber geben jedoch zu bedenken, dass Versorgungsengpässe aufgrund der Abschaltung deutscher Atommeiler durch Solarstrom verhindert worden seien. Eine Studie geht davon aus, dass das Stromnetz das Solarstromaufkommen nur bis zu einem Limit von etwa 30.000 Megawatt bewältigen könne – dieser Grenzwert könnte bereits im laufenden Jahr erreicht werden.

Erneuerbare Energien: Sonne, Wind und Biogas zur Stromerzeugung

16. November 2011

Biogasanlage StromerzeugungDie Nutzung alternativer Energiequellen ist auf dem Vormarsch: In vielen Gemeinden Deutschlands wird der Ausbau der Kapazitäten vorangetrieben, genutzt wird beispielsweise die Abwärme aus Biogasanlagen.

Die Verwendung von Abwärme aus Biogaskraftwerken hat diverse Vorteile: Das Bestellen teuren Heizöls entfällt ebenso wie die Installation eines Brenners und dessen Wartung. Da keine Heizöltanks zur Lagerung des Brennstoffs mehr notwendig sind, sparen die Verbraucher auch Platz. Lediglich eine Übergabestation, die den Wärmeaustausch reguliert, muss eingebaut werden – anschließend können bis zu zwei Drittel der ursprünglichen Heizkosten gespart werden. Dies kommt nicht nur dem einzelnen Verbraucher zugute: Durch die Einsparung von Heizölkosten verbleibt wesentlich mehr Kaufkraft in der jeweiligen Kommune.

In der bayerischen Gemeinde Buttenwiesen wird durch die Nutzung erneuerbarer Ressourcen der erste Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Kernenergie gewagt. Dabei wird nicht nur auf einen Energieträger gesetzt, sondern auf eine Mischung aus Wind- und Solarenergie sowie Biomasse. Die Finanzierungsmodelle unterscheiden sich voneinander: So wird beispielsweise bei der Errichtung von Windrädern die Beteiligung der Bürger angestrebt, die durch den Betrieb in ihrer Nachbarschaft unmittelbar betroffen sind. Ein weiteres Ziel ist die regionale Wertschöpfung – neben der eigentlichen Erzeugung erfolgt auch die Verwaltung innerhalb der Kommune; produzierte Überschüsse werden veräußert, um die getätigten Investitionen in die Gemeinde zurückfließen zu lassen. Durch die kommunale Trägerschaft für alternative Versorgungsmodelle wird die regenerative Energieerzeugung zusätzlich gefördert.

In Buttenwiesen werden bereits mehrere Areale durch erneuerbare Energien versorgt – ein Großteil der erzeugten Energie stammt aus Biomasse, zum Einsatz kommt eigens für diesen Zweck angebauter Mais. So soll vor allem die Versorgungssicherheit gewährleistet werden, da die Wind- und Sonnenkraft wetterabhängigen Schwankungen unterworfen ist. Durch die Ausschreibung von Preisen wird in der bayerischen Gemeinde zudem ein Anreiz zum bewussten Umgang mit Energie geschaffen: Das Ziel sind Einsparungen von bis zu 20 Prozent in den einzelnen Haushalten.

Autarke Energieversorgung in Japan

11. November 2011

EnergieversorgungFertighäuser oder sogenannte Systemhäuser sind mittlerweile weit verbreitet. Nun sind Japaner noch einen Schritt weiter gegangen: Der Konzern Panasonic bietet eine ökologische Stadt, die schlüsselfertig bestellt werden kann und sich selbst mit Energie versorgt. Das erste Musterstädtchen entsteht in Fujisawa, das südlich von Tokio gelegen ist. Dort wird auf einem großen Fabrikgelände eine klimafreundliche und nachhaltige Stadt erbaut.

Der Konzern plant, dass im Jahr 2013 rund 3.000 Menschen in die Stadt ziehen und dort das Wohnen austesten. Vom Aussehen ähnelt die Öko-Stadt einer typischen Vorstadt: Entlang der Wege reihen sich die Fertighäuser des konzerneigenen Anbieters PanaHome. Auf deren Dächern erzeugen Solaranlagen Strom, der je nachdem verbraucht, in das Netz gespeist oder aber gespeichert wird. Dazu werden Akkus mit Lithium-Ionen genutzt. Außerdem gewinnen Brennstoffzellen nachts und bei bewölktem Himmel aus Sauer- und Wasserstoff Elektrizität und darüber hinaus aus der Prozessenergie Warmwasser.

Im Herzen der Stadt befinden sich riesige Rechner, die den Verkehr, die elektronischen Netze und die Geräte steuern, so zum Beispiel die Computer der Häuser. Diese können wiederum mithilfe eines Internetfernsehers als eine Art Schaltzentrale die Haushaltsgeräte lenken. Indem Klimaanlagen und Kühlschränke ihre Leistung an die Umgebung anpassen, lässt sich Strom sparen. Sie messen zum Beispiel das Licht der Umgebung, die Temperaturen innen und außen des Kühlschranks und orientieren sich am Lebensrhythmus ihrer Besitzer.

Die elektronische Stadt ist Teil einer Revolution des Panasonic-Konzerns, das im Jahr 2018 zum 100. Geburtstag im Sektor Energiemanagementsystemen weltweit führen möchte. Auf die Öko-Städte wartet ein riesiger Markt: Ein weiteres prominentes Smart-City-Projekt ist zum Beispiel die Stadt Masdar in Abu Dhabi. Dort erbaut seit 2006 die Firma des Stararchitekten Norman Foster eine kohlendioxidneutrale und müll- und autofreie Stadt. Sie soll etwa 50.000 Einwohnern und rund 1.500 Firmen Platz bieten. Foster plant sogar, den Wind einzufangen und zur Temperaturregulierung durch die Stadt zu leiten.