Die Atomkatastrophe in Fukushima hat im letzten Jahr die Welt erschüttert und in Deutschland zu einem Umdenken in Sachen Energiepolitik geführt. Schnelle Entscheidungen waren gefragt und gefordert.
Den Forderungen kam die Regierung nach und legte mit sofortiger Wirkung acht Atomkraftwerke still. Darüber hinaus wurde für alle weiteren Kraftwerke in der Bundesrepublik die Abschaltung zu einem festen Zeitpunkt beschlossen. Doch damit nicht genug. Verschiedene Gesetze sollen in den kommenden Jahren zudem die Nutzung der erneuerbaren Energien fördern. Bis 2020 sollen laut Regierung etwa 35 Prozent der Stromversorgung in der Bundesrepublik durch Ökostrom abgedeckt werden. Wenn es nach den Vorstellungen der Branche geht, könnten es sogar circa 50 Prozent sein.
Doch es gibt auch Schattenseiten dieser neuen Energiepolitik. So warnen Experten vor Stromengpässen. Besonders im Winter sehen sie die Gefahr der Unterversorgung. Wenn es früh dunkel wird und die Menschen mehr Zeit in den Wohnungen verbringen, steigt der Energiebedarf. Bei einer Windflaute und der fehlenden Arbeit der Photovoltaikanlagen kann es zu Engpässen kommen. Auch unerwartete Ereignisse wie umgeknickte Strommasten oder ein Kraftwerkausfall hätten bezüglich der Stromversorgung ernsthafte Konsequenzen – ein Blackout wäre dann relativ wahrscheinlich. Bisher verließ man sich auf den aus Frankreich importierten Strom.
Die Freude über einen lauen Winter ist daher unter den Experten groß. Die Franzosen haben aufgrund der milden Temperaturen genug Strom zum Exportieren zur Verfügung. Noch dazu ist derzeit auf den Wind Verlass, sodass die Energie durch Windanlagen als zuverlässiger Ersatz für die Solarenergie bereitsteht.
Um dennoch auf Notsituationen vorbereitet zu sein, hat die Regierung eine zusätzliche Stromreserve von rund 2.000 Megawatt gebucht. Obwohl diese Menge zwar knapp bemessen ist, kann Optimismus verbreitet werden. Nicht nur für die Stromversorgung scheint es also gut zu stehen, auch um die Zukunft der „grünen” Ausrichtung der Energiepolitik muss man sich vorerst wohl keine Sorgen machen.


Der Ausbau erneuerbarer Energien sorgt dafür, dass der Strompreis an der Börse zu bestimmten Zeitpunkten ins Negative abrutscht. Die Folge: Einkäufer erhalten Strom nicht nur kostenlos, sondern bekommen sogar Prämien für jede bestellte Megawattstunde. Die Förderung erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie, wird kontinuierlich vorangetrieben.
Der Energieriese Vattenfall aus Schweden eröffnete kürzlich den wohl größten Windpark der Welt vor der Südostküste Englands. Laut eigenen Angaben des Unternehmens handelt es sich hier mit einer Anzahl von circa 100 Turbinen um den größten Offshore-Windpark der Welt.